Ausfallsichere Krankenhaus-IT erhöht Wettbewerbsfähigkeit

http://www.klinikitmanager.de/magazin/artikel_1338_ausfallsichere_krankenhaus-it.html

Im Zuge der Reform des Gesundheitswesens wird die Informationstechnologie für Krankenhäuser und Kliniken immer mehr zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Denn sie sorgt dafür, dass die durch die Einführung der Gesundheitskarte und die Nutzung von elektronischer Archivierung und webbasierten Anwendungen noch verstärkte Datenflut bewältigt werden kann. Ein Ausfall der IT-Systeme bedeutet für Kliniken also nicht nur finanzielle Einbußen, sondern kann auch den Verlust von Patientendaten und Imageschäden zur Folge haben. Eine sichere Unterbringung der Krankenhaus-IT wird deshalb immer wichtiger. Professionell gemanagte externe Rechenzentren bieten eine flexible und Kosten sparende Alternative.

Neben der Verbesserung der Ausfallsicherheit am eigenen Standort gibt es die Möglichkeit, die IT-Systeme in ein externes Dienstleistungsrechenzentrum auszulagern. Die Anmietung von Rechenzentrumsflächen bei einem spezialisierten Rechenzentrumsbetreiber bietet Ausfallsicherheit auf höchstem Niveau. Denn solche professionell gemanagten Rechenzentren sind mit modernster Gebäudetechnik ausgestattet. Ausfallsichere Stromversorgung und Kühlung, maximaler Brandschutz und höchstmögliche Sicherheit vor unbefugtem Zutritt sollten ebenfalls in den Leistungen enthalten sein.

Für die Unterbringung der IT in einem spezialisierten Gebäude sprechen neben den Sicherheitsaspekten auch wirtschaftliche Gründe. Während der Betrieb eines eigenen Rechenzentrums mit hohen Fixkosten zum Beispiel für Wartung und Instandhaltung sowie für die Einrichtung von Sicherheitsvorkehrungen verbunden ist, lassen sich diese Kosten bei externen Rechenzentren auf eine weitaus größere Gesamtmietfläche umlegen. Von diesen Kostenvorteilen und attraktiven Strompreisen aufgrund hoher Abnahmemengen profitieren alle Mieter.

Die Alternativen Umbau oder sogar Neubau sind für Krankenhäuser und Kliniken teuer und mit hohem Aufwand verbunden. Hinzu kommen Unwägbarkeiten bei der Erschließung der Stromanbindung, langwierige Genehmigungsverfahren, lange Projektdauer sowie fehlende Planungssicherheit in Bezug auf Größe und Ausstattung. Beim Eigenbau eines Rechenzentrums geht somit Flexibilität verloren und die endgültige Investitionshöhe ist nur schwer kalkulierbar. Eine Auslagerung der IT-Infrastruktur von einem Krankenhaus in ein professionell gemanagtes Dienstleistungsrechenzentrum ist außerdem aus formaljuristischen Gründen sinnvoll, da Patientendaten für einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren sicher aufbewahrt werden müssen.

Einsparpotenzial durch die Auslagerung der IT-Infrastruktur

Um neuen Anforderungen gerecht zu werden und mehr Effizienz zu erreichen plant ein Klinikum mit beispielsweise 850 Betten und 2.000 Mitarbeitern die Restrukturierung seiner gesamten IT-Infrastruktur. Dabei wird festgestellt, dass die derzeitige Rechenzentrumsfläche zu klein und von ihrer Dimensionierung her für moderne Servertechnologie unbrauchbar ist. Anstatt bisher 18, werden 30 Quadratmeter benötigt. Nun stellt sich die Frage, ob in der eigenen Klinik umgebaut oder die IT-Infrastruktur ausgelagert werden soll. In unserem Beispiel möchten die Verantwortlichen hinsichtlich der Fläche in Zukunft flexibel sein und über zwei unterschiedliche Brandabschnitte für Haupt- und Backupsystem verfügen.

Die Entscheidung fällt zugunsten der kompletten Ausgliederung der IT-Fläche in ein externes Rechenzentrum mit einer redundanten sowie kreuzungsfreien 100 MBit-Anbindung, die einen reibungsfreien und schnellen Zugriff auf Daten gewährleistet. Durch die Unterbringung des Backupsystems in einem getrennten Brandabschnitt entsteht eine redundante Struktur für die Sicherung der betrieblichen Abläufe.

In einer rund dreiwöchigen Planungsphase legen die Beteiligten unter fachkundiger Beratung alle für die Evaluierung notwendigen Projektschritte fest. Hierbei spielt eine exakte Kalkulation der bevorstehenden Kosten für neue Hardware, Anbindung, Dokumentation, Ab- und Aufbau sowie für die Testphase eine ebenso wichtige Rolle wie der Zeitplan. Parallel erfolgt die interne Verkabelung für die Kommunikation und die Stromversorgung der neuen Systeme auf der externen Rechenzentrumsfläche. Leistungsaufnahme und Kühlbedarf werden auf die Bedürfnisse abgestimmt, Zugangsvorschriften werden definiert und abschließend werden die Daten revisionsfähig dokumentiert. Zur Einhaltung der Rechtssicherheit werden spezielle Kodierungsverfahren geprüft und integriert, sodass ein Missbrauch der sensiblen Patientendaten unmöglich ist. Für den physischen Aufbau auf der Fläche und die Verkabelung werden etwa zehn Arbeitstage benötigt. Nach einem Offline-Check werden die alten Systeme auf die neuen aufgeschaltet und das erste Backup gefahren. Dabei bleiben die Daten zunächst aus Sicherheitsgründen weiterhin auf dem alten System bestehen. Erst wenn die einwandfreie Anbindung geprüft wurde und in gewünschter Geschwindigkeit online reibungslos funktioniert, können die Arbeitsplätze aufgeschaltet werden. Die Gesamtprojektzeit dieses Fallbeispiels würde etwa sechs Wochen betragen.

Bei einer Anmietung von 30 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche in einem externen Dienstleistungszentrum kann eine Klinik nach diesem Beispiel rund 30 Prozent der Betriebskosten einsparen - und dies auf einem höheren Service- und Sicherheitsniveau.

Auslagerung der IT: Eine sichere Alternative

Über eine Lösung, die nicht nur für große Kliniken interessant ist, sondern auch Auslagerungsmöglichkeiten auf kleinster Fläche bietet, verfügt beispielsweise der in Frankfurt am Main ansässige Rechenzentrumsdienstleister Global Switch. Der Anbieter erhielt im Dezember 2006 als erstes unabhängiges Rechenzentrum die Zertifizierung gemäß der ISO-Norm 27001, die Betriebsverfahren und -prozesse aus Sicht der Informationssicherheit bewertet und den Kunden die Qualität der Sicherheitsstandards garantiert. Neben modernster Gebäudetechnik, ausfallsicherer Stromversorgung und Kühlung bietet Global Switch maximalen Brandschutz und höchstmögliche Sicherheit vor unbefugtem Zutritt. Alle funktionskritischen Versorgungs- und Schutzsysteme wurden nach dem N+1-Prinzip redundant ausgelegt. Dies bedeutet, dass alle kritischen Funktionen durch zusätzliche Reserveeinheiten abgesichert sind, die bei Systemausfällen sofort einspringen und die entsprechenden Aufgaben übernehmen.

Darüber hinaus lässt Global Switch seinen Kunden freie Hand bei der Wahl des Carriers, Internet-Service-Providers und des IT-Dienstleisters. Aktuell sind circa 20 verschiedene Dienstleister im Haus von Global Switch vertreten, Kunden können aber bisherige Telekommunikations-Dienstleister beibehalten oder eigene Dienstleister beauftragen. Außerdem sind Kunden bei Global Switch auch hinsichtlich der angemieteten Flächengröße flexibel, denn diese kann jederzeit an die aktuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden.

Unabhängig davon, ob ein Klinikum seine gesamte IT auslagern möchte oder sich für ein externes Backupsystem entscheidet, braucht es im Grunde eine maßgeschneiderte Lösung für die Unterbringung seiner IT-Infrastruktur. Eine individuelle Lösung erhöht die Ausfallsicherheit der IT und verschafft Wettbewerbsvorteile. Denn von funktionstüchtigen IT-Systemen hängt es letztendlich ab, ob ein Krankenhaus für das zunehmend schwierige Wettbewerbsumfeld ausreichend gerüstet ist.

Erschienen: 02/2007
Autor: Ulrich Becker


Ulrich Becker ist seit 2004 bei Global Switch als Sales Executive verantwortlich für die Kundengewinnung, das Marketing und die Außendarstellung des Unternehmens.