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Virtuelle Private Netze: Patientendaten schnell und sicher austauschen

Kranken- und Altenpflege, Sucht- und Wiedereingliederungshilfe für obdachlose Menschen, Kindergarten, Bahnhofsmission und eine Telefonseelsorge - seit 1862 verstehen die Versorgungseinrichtungen der Evangelischen Stadtmission Heidelberg ihre Arbeit als Dienst am Menschen. Damit steht die kirchliche Institution in einem Wettbewerb, in dem Qualität, Schnelligkeit und Flexibilität immer wichtiger werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzt die Geschäftsführung neben organisatorischen Veränderungen in ihrem historische gewachsenen Verbund auf ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN). Das Ziel: die interne Datenkommunikation zu verbessern, aber auch die Außenstellen sicherer und schneller als bisher an die Zentrale anzubinden.
Zuvor gab es in den insgesamt rund 20 Einrichtungen keine einheitliche Infrastruktur, sondern eine Vielzahl unterschiedlichster Kommunikationswege. Dazu gehörten teure ISDN-Standleitungen und Wählverbindungen, aber auch Standorte, die gar nicht in die elektronische Datenkommunikation eingebunden waren. Im Spätsommer 2003 fiel deshalb die Entscheidung, für den internen Datenaustausch ein Virtuelles Privates Netzwerk aufzubauen. Konkreter Auslöser war die Einführung der auf Citrix MetaFrame basierenden Abrechnungssoftware Topsoz, die erhöhte Anforderungen an die Bandbreite der Leitungen stellte. Die Verantwortlichen wollten eine Technologie, die die Kommunikation in ihrem Netzwerk stabilisiert, den Schutz der sensiblen Patientendaten garantiert und effiziente und flexible Strukturen bietet.
Vernetzung mit DSL-Technologie
Lösungspartner wurde die VIA net.works GmbH mit Sitz in Duisburg. Der Business-Provider ist darauf spezialisiert, vor allem kleinen und mittleren Betrieben maßgeschneiderte VPN-Lösungen anzubieten. Konkret entschied man sich bei der Evang. Stadtmission Heidelberg für ein DSL-VPN, über das eine größere Anzahl von Standorten sehr kostengünstig in das Netzwerk integriert werden kann. Basis hierfür sind Breitbandzugänge ins Internet mit Hilfe der DSL-Technologie (Digital Subscriber Line). Der Provider hat an den einzelnen Standorten entweder symmetrische SDSL-Anbindungen mit Bandbreiten von 1 oder 2 Mbp/s oder asymmetrische ADSL-Zugänge mit 1,5 Mbp/s Downstream und 384 kbp/s Upstream installiert.
Der Übergang ins Internet erfolgt an einem einzigen Punkt im VPN über ein Gateway und ist mit einer Firewall geschützt. Für den E-Mail-Verkehr wurde zudem ein Anti-Viren-Schutz mit mehreren Virenscannern eingerichtet. Neben dem kompletten Equipment, das zum Aufbau der Standortvernetzung nötig ist, bietet VIA net.works seinem Kunden das Management der Leitungen sowie die zentrale Überwachung der Geräte vor Ort.
Ulrich Mayerhöfer, Geschäftsführer der Ulma GmbH, ist mit der Lösung zufrieden. Das Systemhaus, welches neben der Evang. Stadtmission Heidelberg weitere Krankenhäuser und Industriekunden im Rhein-Neckar-Raum betreut, betreibt als externer Dienstleister deren EDV und ist auch für die Wartung des VPN zuständig. "Die Lösung von VIA net.works bot uns auch die Basis zur Umstellung der alten Windows NT-Rechner auf zeitgemäße Windows 2000-Server. Hierdurch wurde die Verwaltung des Netzwerkes erheblich komfortabler", berichtet Mayerhöfer. Durch die nun wesentlich größeren Bandbreiten sei auch der E-Mail-Verkehr stark beschleunigt worden und das Surfen im Internet geht nun ebenfalls deutlich schneller vonstatten. Zudem lassen sich durch die Einführung des VPN nun viele neue Projekte - wie z.B. ein zentrales Intranet für alle Einrichtungen - ins Auge fassen.
Jeder der rund 1.300 Angestellten der Heidelberger Stadtmission, der mit einem PC oder in einer leitenden Funktion arbeitet, soll künftig an das Netzwerk angeschlossen werden. Kommen weitere Standorte hinzu, so gewährleistet die VPN-Struktur problemlos deren Integration. Auch eine Veränderung der Bandbreiten ist in kürzester Zeit möglich. Derzeit sind an den vier Einwahlknoten etwa 250 Arbeitsplatzrechner in das VPN eingebunden. Deren Nutzer profitieren nicht nur von der beschleunigten Kommunikation, sondern auch von der Stabilität des neuen Netzwerks.
Stabiles Netzwerk für sicheren Datenaustausch
Denn durch die erhöhten Bandbreiten-Anforderungen des Citrix-Netzwerkes gab es vor der Umstellung häufig Beschwerden über die Langsamkeit des Systems. Die ISDN-Leitungen waren oft völlig überlastet, so dass es häufiger zu Programmfehlern und Abstürzen kam. Da es dieses Problem seit der Umstellung auf das VPN nicht mehr gibt, fand die neue Technologie auch bei den Mitarbeitern sehr schnell großen Anklang. Dazu hat ebenfalls der Virenscanner beigetragen, der das Netzwerk zuverlässig vor Computerviren und -würmern schützt.
Christian Dietrich, Geschäftsführer der Altenhilfe und Wiedereingliederung bei der Evangelischen Stadtmission Heidelberg, liegt die neu erworbene Sicherheit der internen Kommunikation sehr am Herzen. "Die Menschen, die sich uns anvertrauen, können zurecht den absoluten Schutz ihrer Daten erwarten", betont er. "Mit dem Datenaustausch via VPN sind wir sicher, dass Sicherheitsprobleme erst gar nicht auftreten." Zusätzlich profitieren die betreuten Menschen heute von der Möglichkeit, dass Informationen, Befunde und Diagnosen zeitnah zwischen den verschiedenen Einrichtungen in der Neckarstadt ausgetauscht werden können.
Da die Vernetzung der Mitarbeiter zugleich deren Erreichbarkeit erhöht, hat sich die interne Kommunikation enorm verbessert. Zeiteinsparungen sind die Folge, aber auch Synergieeffekte. Denn die dezentrale Struktur des diakonischen Trägers machte Absprachen zwischen den Einrichtungen früher nicht gerade leicht, was beispielsweise die gemeinsame Beschaffung für alle Standorte sehr erschwerte. Seit der Einführung des VPNs werden nun direkt zwischen der zentralen Verwaltung und den einzelnen Standorten jene Informationen ausgetauscht, welche in das zentrale Einkaufsmanagement einfließen. Auch das spart Kosten. Zudem ist bei anstehenden konzeptionellen Entscheidungen in den einzelnen Einrichtungen die Zentrale schneller im Bild, wenn im Vorfeld alle notwendigen Informationen online bereitgestellt werden können.
Mit dem VPN haben die Verantwortlichen bei der Stadtmission Heidelberg das gute Gefühl, für die Anforderungen der nächsten Jahre gerüstet zu sein. Das beginnt bei dem Equipment, das für die Integration weiterer Standorte ausgelegt ist und somit Investitionssicherheit bedeutet. Denn neben kleineren Einrichtungen und mobilen Diensten sollen in Zukunft auch externe Partner wie beispielsweise Hausärzte Teil des Netzwerks werden. "Bei diesen Planungen kommt unserem VPN ein strategisches Potenzial zu", stellt Christian Dietrich heraus. 07/2004, Heike Lischewski
Heike Lischewski ist freie Fachjournalistin in Berlin. Zu ihren Schwerpunkten gehören unter anderem eSecurity, Wissensmanagement, e-Learning und eCommerce.
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