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Der Computer Arbeitsplatz im Checkkartenformat

 Die Herausforderung
Einsparungen im Gesundheitswesen, enge Budgets und immer neue Reformplanungen bestimmen nicht nur in Deutschland die politische Diskussion im Gesundheitssektor. Die deutsche Krankenhauslandschaft befindet sich in einem Umbruch. Einiges spricht dafür, dass insbesondere Kliniken, die nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden, gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen werden. Rationalisierung und Effizienzsteigerung sind in allen Abteilungen gefragt, um sich erfolgreich den grundlegenden Zukunftstrends und verändertenRahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu stellen. Basis dafür ist auch im Gesundheitssektor eine funktionierende IT-Infrastruktur, die sich einfach nutzen, effizient verwalten und vor allem sicher sowie kostengünstig betreiben lässt. Die neue Lösung sollte Ärzte und Verwaltungspersonal entlasten bei gleichzeitig steigender Produktivität und optimaler Sicherheit. Für die Patienten sollte dies zu noch besserer Behandlung führen und dem Krankenhaus helfen, Geld zu sparen.
Ärzte können naturgemäß ihre anfallenden Aufgaben nicht sukzessive abarbeiten, sondern müssen ständig neue Patienten in neuen Situationen versorgen. Falls also ein Arzt genau dann zu einer Notoperation gerufen wird, wenn er sich gerade intensiv mit der Aktualisierung seiner Patientenakten beschäftigt, bedeutet dies, dass er sich im Netzwerk als User angemeldet hat und mindestens drei verschiedene Anwendungen auf seinem PC geöffnet sind. Bei einem Notfall ist im Krankenhaus Eile geboten und daher wird kein Mediziner erst seine offenen Anwendungen schließen und sich ordnungsgemäß aus dem Netzwerk abmelden, bevor er sich seinen Patienten widmet. Im Interesse der Patienten aber auf Kosten von Sicherheit und Effizienz bleibt da vor dem Aufbruch zum OP oft bestenfalls Zeit für die radikale Lösung mit dem Griff zum Netzschalter des PCs, um den Zugriff anderer, nicht autorisierter Mitarbeiter auf die persönlichen Daten zu verhindern. Dies bedeutet meist auch den Verlust aller vorher eingegebenen Daten zumindest aber ein Erhebliches an Mehrarbeit, um den letzten Status der Arbeit wieder herzustellen.
Die Lösung
Die Bildung zentraler Citrix Anwendungsserver und die Bereitstellung der Applikationen in einer Windows Terminal Sitzung ermöglichen den gewünschten flexiblen Zugriff von beliebigen Endgeräten. Komplexe Anwendungen wie das Krankenhaus-Management- System Orbis der GWI AG werden zentral installiert und können dezentral auf verschiedensten Endgeräten problemlos genutzt werden, sodass auch ältere PCs und sogar lüfterlose Geräte verwendet werden können. Die individuellen Einstellungen jedes Benutzers werden in Profilen gespeichert und können so mit dem Benutzer „wandern“. Bei jeder Anmeldung an einem anderen Endgerät findet der Benutzer seinen Desktop wieder. Der Einsatz von Smartcards zur User- Identifikation konnte den Sicherheitsstandard erheblich erhöhen und ist zudem benutzerfreundlich. Das Einloggen erfolgt einfach über das Stecken einer Smartcard in den am PC befestigten Kartenleser sowie die Eingabe einer persönlichen Identifkations-Nummer (PIN). Durch das spätere Ziehen der Smartcard wird die Sitzung sofort und sicher bis zum nächsten Einloggen getrennt.
Andere Anwender, die denselben PC direkt im Anschluss verwenden wollen, registrieren sich auf dieselbe Weise und haben keinerlei Zugriff auf die Daten des vorherigen Benutzers. Sollen die so abgebrochenen Aufgaben fortgesetzt werden, so lässt sich dies an jedem System tun und zwar genau da, wo man seine Arbeit unterbrochen hat. Muss ein Arzt plötzlich seinen Arbeitsplatz verlassen, so zieht er lediglich die Smartcard und der PC kehrt in seinen Startzustand zurück. Möchte er die Arbeit wieder aufnehmen, so kann er das an jedem Arbeitsplatz im Klinikum tun.
Mittlerweile können sich Benutzer durch einen „Single Sign On“ Prozess mit einer Smartcard und einer PIN auf allen Plattformen anmelden. Alle bisherigen Passwörter sind überflüssig und die Benutzer werden automatisch und gleichzeitig in allen notwendigen Anwendungen registriert.
In einem weiteren Pilotschritt wird erstmals in Deutschland ein mobiler Visitewagen per Funk mit dem Netzwerk verbunden. Man wollte auch bei der mobilen Visite am Krankenbett eine entsprechende transportable EDVTechnologie zur Verfügung haben, um Ärzten und Pflegepersonal direkt den Zugriff auf vorhandene Daten zu ermöglichen. „Es war einfach unbefriedigend im Backend die modernste DV zu haben, beim Patientenbesuch aber ausschließlich auf Papier angewiesen zu sein“, erinnert sich Herr Welters, EDV-Leiter des Elisabeth- Krankenhauses „Mit moderner Technik wollten wir auch hier positive Veränderungen erzielen.“
Um die Verfügbarkeit der Daten bei der Visite in allen Zimmern gewährleisten zu können, wurde Funk als Trägermedium zur Anbindung des mobilen Visitewagens gewählt. Für die Entscheidung gegen Tablet PCs oder PDAs und für einen klassischen PC, der auf den bestehenden Visitewagen installiert werden sollte, war der Gewichtsfaktor. Auch ein Tablet PC macht nach zwei Stunden Visite müde Arme. Außerdem müssen Röntgenaufnahmen und vieles mehr momentan noch weiterhin in Papierform mitgenommen werden, sodass letztlich auf den Rollwagen nicht verzichtet werden konnte.
Der PC wird mittels Wireless LAN an die Citrix Serverfarm angeschlossen und ist ebenfalls mit einer Smartcard-Lösung ausgestattet. So können Ärzte und Schwestern vollkommen sicher auf alle Patientendaten bei der Visite zugreifen und Notizen und Ergebnisse direkt in das System einpflegen.
Damit alle im Raum Anwesenden einen guten Blick auf die Daten haben, installierte man kurzerhand einen zweiten Bildschirm auf den Visitewagen. Alle Benutzer, die bisher das “rollende Büro” getestet haben, sind begeistert, da sie nun mehr Zeit für ihre Patienten haben. Sollte sich die digitale Patientenakte durchsetzen, ließen sich natürlich noch wesentlich bequemere Lösungen realisieren. Spätestens dann dürfte die Installation in Rheydt auch bundesweit fürAufsehen sorgen.
Entscheidung für diese innovative Lösung
Unmittelbare Folge der ab 2004 verbindlich einzuführenden Abrechnung der sog. DRGKrankenhaus- Fallpauschalen ist ein stärkerer Konzentrations- und Spezialisierungsprozess in den Kranken-häusern. Die bereits heute hohe Arbeits-belastung der Ärzte durch gestiegene Dokumentationsanforderungen, Stellen-streichungen und Verzicht auf Neubeset-zungen sowie Maßnahmen zur Qualitäts-sicherung machen vor keinem Krankenhaus halt. Vor diesem Hintergrund begann das Elisabeth-Krankenhaus bereits früh Überlegungen zur Steigerung der Effizienz der internen IT-Infrastruktur anzustellen.
Das neue System sollte einfach und zentral verwaltbar sein, plattformunabhängige Anwendungen auf vielfältigsten Clients unterstützen und natürlich rund um die Uhr verfügbar sein. Schnell kristallisierte sich heraus, dass eine Umstellung auf Server-based Computing mit Citrix MetaFrame die gestellten Anforderungen erfüllen könnte. Die Vorteile von Citrix MetaFrame liegen unter anderem im stark reduzierten Administrationsaufwand, da alle Anwendungen zentral auf den Servern verwaltet und ausgeführt werden. So können die unterschiedlichsten Endgeräte, darunter vor allem auch ältere PC mit schwächeren Prozessoren eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass das System skalierbar ist und sich innerhalb des laufenden Betriebes ohne großen Aufwand erweitern lässt.
„Wir haben nach einer Lösung gesucht, die die Kosten im EDV-Bereich unter Kontrolle hält, unseren Ärzten die Arbeit erleichtert und die Sicherheit der sensiblen Patientendaten sicherstellt“, kommentiert HerrWelters.
Das Projektteam entschied sich zusätzlich für eine Smartcard-basierende Lösung von Utimaco, die plattformübergreifend hohe Datensicherheit mit einem komfortablen Single Sign On vereint. Da in Krankenhäusern in mehreren Schichten gearbeitet wird und die Mitarbeiter zudem permanent ihren Standort wechseln, wurden ein schneller Arbeitsplatzwechsel und Multi-User-Betrieb in den Anforderungskatalog integriert.
„Durch den Einsatz von zentralen Anwendungsservern und der Anmeldung durch eine Smartcard können wir eine hohe Effizienz und vor allem einen optimalen Sicherheitslevel erreichen. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten stellt uns mehr als zufrieden. In den nächsten Monaten wollen wir weitere PCs an diese Umgebung anbinden.“
Hr.Welters, EDV-Leiter des Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Fazit – Signalwirkung für andere Krankenhäuser
Die Citrix-Lösung hat alle gestellten Anforderungen erfüllt oder gar übertroffen. In Verbindung mit Utimaco soll speziell die sichere Authentisierung und einfachste Handhabung für Ärzte und Schwestern ermöglicht werden. Mit dem mobilen Visitewagen ist man bundesweit Vorreiter und erhofft sich eine Signalwirkung für andere Krankenhäuser.
Bereits heute ist absehbar, dass die Zeiten des klassischen Computings in Rheydt der Vergangenheit angehören. Rückblickend ist man in Rheydt froh, sich für Citrix und Utimaco entschieden zu haben. „Neben dem einfachen Betrieb begeistert uns insbesondere der schnelle Arbeitsplatzwechsel in Verbindung mit einer sicheren Authentisierung und dem Single Sign On zu unseren Applikationen“, fasst HerrWelters zusammen. 08/2005, Kai Leonhardt

|  | Kai Leonhardt ist freier Journalist in Brüggen-Bracht und Mitinhaber der Agentur pr4hightech. Seine Spezialgebiete sind Netzwerktechnologie, Internet, Mobile Computing, IT Lifecycle Management sowie Datenintegration.
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Kommentare zu diesem Beitrag 
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| Fachartikel | 16.08.05 | | sag i net | 09.11.05 | | Günter Kern Kamenz Bautzner Bg | 18.01.06 |
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