Herzschrittmacher für die Datenanalyse: Neues Konzept für Krankenhäuser

Autor: Hans-Peter Steininger
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Letzter Beitrag: 08/2005
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Überdosis Daten bei Unterversorgung mit Wissen. So lautet die Diagnose im Bereich der Analyse von Informationen im deutschen Gesundheitswesen. Das gilt für die Bereiche Klinik- und Medizincontrolling, aber auch für den Umgang mit medizinischem Wissen. In komplexen dezentralen IT-Strukturen finden sich heute riesige Mengen an Patientendaten sowie von medizinischem und klinischem Know-how und zudem alle betriebswirtschaftlichen Prozessdaten. Es gibt nun einen völlig neuartigen Softwareansatz mit dessen Hilfe Endanwender wie Ärzte und Klinik-Controller ohne Hilfe von IT-Spezialisten und aufwändiger Software schnell an die wichtigen Informationen gelangen können. Kern der neuen Lösung ist die Software der Panoratio Database Images GmbH. Das Unternehmen hat eine neue Technologie entwickelt, mit der Krankenhäuser schnell äußerst komplexe Datenstrukturen analysieren können. Die Anwender sparen mit diesem Analyseverfahren Kosten und Zeit.

Daten sind nicht gleich Wissen

Es gibt eine Vielzahl von softwaregestützten Ansätzen, mit deren Hilfe zum Beispiel Klinik-Controller medizinische Dokumentation betreiben, Leistungen abrechnen und Erlösmanagement durchführen. Gerade mit der DRG-Einführung hat die Diskussion um Datenanalyse einen neuen Höhepunkt erlebt. Krankenhausinformationssysteme (KIS), Patienteninformationssysteme (PICS) und andere Lösungen werden eingesetzt, um den klinischen Workflow zu optimieren, ökonomischer zu machen oder um gesetzlichen Vorgaben nachzukommen. Technische Grundlage für den übergreifenden Zugang zu den Daten sind in der Regel Data Warehouse-Strukturen, komplexe Datenbanken oder Plattformen zur Datenintegration. Diese erlauben zumindest theoretisch unternehmensübergreifende Analysen von Daten mit sehr vielen Dimensionen. Solche Analyse-Strukturen sind meist MOLAP oder ROLAP-gestützt. Vereinfacht bedeutet das, dass der Schwerpunkt bei konventioneller Technologie in der Bewältigung großer Datenmengen mit niedriger Dimensionalität liegt, oder eben darin, kleinere Datenmengen mit hoher Dimensionalität zu integrieren. Entscheidender Nachteil bei diesen Ansätzen ist, dass der Klinik-Controller oder der Arzt nicht selbst am Steuer sitzt. Fast immer fungieren IT- oder Data-Mining-Experten als Schnittstelle zwischen Rohdaten und den eigentlichen Anwendern. Daher erfordern die Analyseprozesse langwierige Abspracheschleifen. Sowohl Standardreports als auch komplexe Datenauswertungen, die unerwartete Zusammenhänge aufdecken oder Prognosen erstellen, müssen von IT-Experten, Statistikern oder Mathematikern konfiguriert werden. Aber nur Klinikcontroller oder Ärzte können das maschinell ermittelte Wissen interpretieren und effektiv einsetzen.

Klinik-Controlling neu erfunden

Die Technologie des Siemens-Spin-Off Panoratio geht mit einem vollkommen neuen Ansatz an die Analyse von Daten heran: Die Software erzeugt Portable Database Images (PDI) - Datenbankabbilder von gigabytegroßen Datenbanken. Das Verfahren beruht auf Lernalgorithmen, die in Forschungen zur Künstlichen Intelligenz und Maschinellem Lernen entwickelt wurden. Die Software kann die Datenbank bis zum Faktor 100 verkleinern, ohne relevante Informationen für Analysen zu verlieren. Der Panoratio Database Image Explorer visualisiert ähnlich dem bekannten Acrobat Reader die Portable Database Images und ermöglicht deren Auswertung. Diese PDIs erlauben es den verantwortlichen Medizincontrollern große Datenmengen schnell und leicht zu analysieren und aus den gewonnenen Erkenntnissen Maßnahmen abzuleiten.



Komplexe Strukturen einfach analysieren

Mit der neuen Technologie können Krankenhäuser einfach und ohne Hilfe von Spezialisten schnell entscheidungsrelevante Analysen zu betriebswirtschaftlichen und medizinischen Zusammenhängen durchführen: Warum dauert der Genesungsprozess des Blinddarmpatienten in Krankenhaus A durchschnittlich vier Tage länger als der in Krankenhaus B? Welcher Krankheitsverlauf ist in Abhängigkeit von einer bestimmten Medikamentation, des Lebensalters, des Geschlechts und der individuellen Krankengeschichte wahrscheinlich? Warum warten Patienten auf eine Blinddarmoperation im Krankenhaus A durchschnittlich einen Tag länger als in Krankenhaus B? Wie ist das Kosten-Erlös-Verhältnis bei Patienten aus der näheren Umgebung im Unterschied zu solchen aus entfernteren Landkreisen? Das durch Vergleiche mit anderen Krankenhäusern oder Fachabteilungen gewonnene Wissen erlaubt die Optimierung in allen Bereichen eines Krankenhauses. Medizincontroller können mit dem Database Image Explorer unbeschränkt viele selbstdefinierte Entwicklungsszenarien durchspielen und „was wäre, wenn...“-Fragen beantworten. Abteilungsübergreifende Entscheidungsfindungen werden durch die ad-hoc-Analysen mit Panoratio erleichtert, da die Anwender in Sekundenbruchteilen Antworten auf ihre Fragen erhalten. Die Analyse von Krankheitsverläufen, Ablaufprozessen, Behandlungen, Leistungsdaten, Kosten und Benchmarking-Kennzahlenist sind mit der Panoratio-Technologie einfach und schnell möglich. Gerade Vergleiche zwischen einzelnen Kliniken oder Klinikgruppen zeigen Stärken und Schwachstellen im medizinischen und betriebswirtschaftlichen Betrieb auf. Basierend auf diesem neu gewonnen Wissen können Ärzte und Verwaltung dann zeitnah Maßnahmen ergreifen und Lösungen implementieren.

08/2005, Hans-Peter Steininger



Hans-Peter Steininger (51) verantwortet bei Panoratio Database Images den Bereich Healthcare.
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