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Stabiles gefäßchirurgisches Patienten- und Abteilungsmanagement

 Im Klinikalltag sind EDV-Systeme zum Patientenmanagement und zur Abteilungsführung immer noch die Ausnahme. Das beruht auf verschiedenen Faktoren: Zum Beispiel ist der potenzielle Anwender, also der Arzt, im Normalfall nicht mit dem Investitionsentscheider, also der Geschäftsführung identisch. Außerdem ist der Arzt in der Regel kein EDV-Spezialist. Dementsprechend ist er oft nicht in der Lage, seine eigenen EDV-Bedürfnisse adäquat zu artikulieren. Im Gegenzug hat jedoch der EDV-Spezialist keinen Einblick in die medizinischen Anforderungen und in die Abläufe des Klinikalltags. In der 32 Betten zählenden Fachabteilung für Gefäßchirurgie des Behandlungszentrums Vogtareuth behalf man sich darum mit einer Insellösung – der auf FileMaker basierenden Eigenentwicklung VasoDat.
Die Entwicklung von VasoDat
Gerade für die Gefäßchirurgie existieren kaum kommerzielle Angebote zum Abteilungsmanagement. Die Lösung VasoDat wurde vor über zwölf Jahren als Machbarkeitsstudie für die Gefäßchirurgie konzipiert. Inzwischen ist die Lösung in Eigenregie zu einem wichtigen Bestandteil des Arbeitsalltags der Fachabteilung geworden, die alle Routineabläufe der Abteilung mit hoher Betriebsstabilität abdeckt.
Unter Prof. Dr. Stefan von Sommoggy, Leiter der Klinik für operative und interventionelle Gefäßchirurgie am Behandlungszentrum Vogtareuth, hat ein etwa 6-köpfiges Entwicklerteam im Laufe der Jahre unterschiedliche Module entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Firma FileTeam aus Brannenburg hat die Gruppe um Dr. Marcel Hofmann verschiedene Instrumente zur Optimierung der Abteilungsorganisation, Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten und zugehörige Statistikfunktionen entwickelt.
Das Team hat darüber hinaus Schnittstellen zu den FileMaker-Tools „Qualitätssicherung Carotischirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie sowie Anbindung an das Praxis- und Privatabrechnungsprogramm PatiO realisiert. Die zugrundeliegende Datenbank enthält inzwischen auch Option zur Bilddokumentation, wie zum Beispiel eine Verlaufskontrolle von Wundheilungsprozessen. Außerdem arbeitet das System in einer gemischten Netzwerkumgebung (PC und Macintosh), was durch die 1:1–Portierung des Programms FileMaker auf die PC-Ebene problemlos realisiert werden konnte.
Relationale Datenbankstruktur zur Abbildung von Beziehungen
VasoDat besitzt eine relationale Datenbankstruktur. Dadurch entspricht die Basiseinheit einem beliebigen Patientenkontakt oder „Vorgang“, dem einzelne Prozeduren, wie Operationen oder Röntgenuntersuchungen, zugeordnet werden. Jeder Vorgang kann in Beziehung zu weiteren Vorgängen stehen, die denselben Patienten betreffen, und kann mit den Merkmalen „geplant“, „in Bearbeitung“ und „abgeschlossen“ gekennzeichnet werden. Letzteres ist jedoch nur dann möglich, wenn ein Bericht - also ein Untersuchungsbefund, Arztbrief mit Leistungserfassung oder Ambulanzbrief - erstellt und hinterlegt wurde. Die Eigenschaft „abgeschlossen“ wird nur dann vergeben, wenn alle erforderlichen Aktionen definitiv abgeschlossen wurden.

Datenbankmodell des BHZ Vogtareuth
Die interne Wartung des Systems durch die Entwickler vermeidet hohe Fremdkosten. Zudem lassen sich in das Programm flexibel neue Aufgaben integrieren. Das gesamte Patientenmanagement vom ersten Ambulanzkontakt über stationäre Aufenthalte mit Funktionsdiagnostik, Operationsplanung und -dokumentation, Befund- und Arztbrieferstellung läuft in der Klinik für operative und interventionelle Gefäßchirurgie am Behandlungszentrum Vogtareuth seit Jahren stabil. Die Investitionen in die Softwareentwicklung des Systems lassen sich nicht ohne weiteres beziffern, der Aufwand für die Einarbeitung und Schulung des Personals ist dank der zugrundeliegenden FileMaker-Technologie jedoch minimal. Bei Interesse am Programm kann Prof. Dr. Sommoggy aber Auskunft zur Höhe der Anpassungskosten geben.
Kontakt: Prof. Dr. Stefan von Sommoggy, Klinik für operative und interventionelle Gefäßchirurgie am BHZ Vogtareuth, Krankenhausstr. 15, D – 83569 Vogtareuth. sommoggy.BHZ@t-online.de
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08/2005, Jürgen Sauer

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